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21 | 11 | 2017

Orgel und Ökumene

Rückblick auf den Sülz-Klettenberger Ökumenetag vom 24.9.2017

 

Am letzten Sonntag im September hatte sich der Sülz - Kletten-berger Ökumenetag in diesem Jahr das Thema Orgeln vorge-nommen. In den letzten Jahren wurden mit verschiedenen ökumenischen Wegen zuerst die Tauforte, dann auch Fenster, Kreuze und Portale in den katholischen und evangelischen Kirchen des Stadtteils in den Blick genommen, so besuchten wir gegenseitig unsere Kirchen und entdeckten dabei viel Neues. Wichtig ist jedes Mal, dass wir dabei – im Wortsinn – gemeinsam auf dem Weg sind.

Die Orgel in St. Nikolaus

 

In diesem Jahr starteten wir in St. Nikolaus, wo Marius Horstschäfer kenntnisreich die Funktionsweise der Orgel erklärte und sie sichtbar und hörbar machte. 50 Teilnehmer lauschten seinen Klangbeispielen und sangen am Ende gemeinsam ein Weihnachtslied im September: „Vom Himmel hoch, o Engel kommt“ erwähnt mehrfach die Orgel.

 

Die Orgel im Tersteegenhaus

 

Im Tersteegenhaus stellte Kantorin Eva-Maria Förster die dortige Orgel als typisches Instrument der 1930er Jahre vor, Vikar Georg Kalinna sprach über die Haltung Luthers zur Orgel.

 

Die Orgel in St. Bruno

 

Zur dritten Station der ökumenischen Orgelwanderung erwartete die rund 60 Teilnehmer auf der Empore der St.Bruno-Kirche nicht nur die Begegnung mit der Klais-Orgel, sondern ein vor allem emotionales Orgelerlebnis aus Sicht des Schriftstellers und Dichters Hermann Hesse, der in seiner 1913 in Bern niedergeschriebenen Erzählung Alte Musik den Besuch eines Orgelkonzertes schildert. Kantor Manfred Schümer hatte den Versuch unternommen, dieses Konzertprogramm mit solchen Musikstücken zu rekonstruieren, die sich den einfühlsamen Beschreibungen des Nobelpreisträgers Hermann Hesse möglichst annähern. Als Rezitator konnte er hierfür Michael Harkämper gewinnen, der durch seinen Vortrag die Zuhörer regelrecht in das hochgewölbte Kirchenschiff des Berner Münsters versetzte. Außerdem war die Geigerin Dorothea Müller zu erleben, die gemeinsam mit Manfred Schümer das Adagio fis-moll von Franceso Maria Veracini musizierte.

 

 

Zuvor hatte mit Alexandre Guilmants Grand Choer Triomphale Hesses das Orgel-Erlebnis den Anfang genommen.

In Johann Sebastian Bachs Choralbearbeitung Wie schön leuchtet der Morgenstern erkannten die Zuhörer die eingangs als geistlichen Impuls gesungene Melodie wieder.

 

 

Bachs Praeludium und Fuge c-moll bildeten den musikalischen Abschluss, den kurz, aber beeindruckend Hesses Epilog der Erzählung abrundete. Ermuntert, „wieder eine Weile das Leben erproben“ zu mögen (um mit Hermann Hesse zu sprechen), blieben die Zuhörer noch eine Weile in Begegnung und Gespräch beisammen, nicht ohne zuvor den Künstlern mit lebhaftem und lang anhaltendem Beifall zu danken .

 

Kantor Manfred Schümer

 

Die drei Orte gaben ein buntes Bild der Orgel im Kirchenraum und in der Liturgie. Die Besucher konnten ein wenig von dem spüren, was das Zweite Vatikanische Konzil über die Orgel sagt: „…sie trägt in höchstem Maße dazu bei, den menschlichen Geist zum Übernatürlichen zu erheben.“

 

Das Vorbereitungsteam für den Ökumenetag und den Sülz-Klettenberger ökumenischen Kirchentag plant seit 1989 diese Veranstaltungen, Personen und Formate wechseln, die Freude am gemeinsamen Miteinander bleibt. Das Team freut sich immer über neue Mitplaner!

 

Monika Schmelzer, Katholisches Bildungswerk

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